Aktuelles

Wir erhielten Post aus den USA!!

 

Dear Friends at Kahlbaum Forum Gorlitz,

My name is Vishal Perera, and I am writing a scientific paper on the history of Dr. Kahlbaum and his discovery of catatonia. Do you all have any pictures of Kahlbaum that my team could use for the publication?

Thank you!

Vishal Perera

University of Florida|College of Medicine

 

MD Candidate|Class of 2024

 

"Kahlbaum-Tage GörlitZgorzelec - Erbe ist ZUKUNFT ist Erbe"

-ENTWURF-

10.-17.4.2024

Mittwoch, 10.4.

10.00 Uhr

Eröffnung und Begrüßung

Fr. Hübner

 

Entstehungsgeschichte der Initiative PRO Kahlbaum

Hr. Marakanow

 

Prof. Dr. Hasinger, Gründungs-direktor des Deutschen Zentrum Astrophysik DZA

Vortrag vor 11-klässlern der DPFA Europrymus und von Zgorzelecer Gymnasien

Ausstellungseröffnung  in der DPFA Europrymus Zgorzelec

"Leben und Wirken von Kahlbaum

- Einblicke in die Geschichte der Psychiatrie in Görlitz"

 

Montag, 15.4., 14.00 Uhr

Gedenkminute zum

125. Todestag von Karl Ludwig Kahlbaum an der Familiengrab-stätte 

 

Mittwoch, 17.4., 13.00 - 16.00 Uhr

KahlbaumINFOTag

- Demenzprävention - Gastbeitrag von Hanna Wagner, ASB Dresden/ Kamenz

- Erzählrundgänge

    * Neißetal

    *Auf Spurensuche von Reimer

     und Kahlbaum

 

Weitere aktuelle Termine 2024

13.3./27.3.

8.5./22.5.

6.6. Europapicknick der DPFA

12.6./26.6.

10.7./24.7.

14.8./28.8.

11.9./25.9.

9.10./23.10.

13.11./27.11.

11.12.

 

Mitwirkung: 

Anmeldung per E-Mail mit  persönlichen Kontaktdaten und  warum man Mitstreiter werden möchte. 

 

Gesprächstermine:

auf Anfrage per E-Mail/ WhatsApp

  


Aktuelle Presseveröffentlichungen 

Die frühere Kahlbaumsche Anstalt wurde bis 2004 als II.  Medizinische Klinik genutzt. Nach dem Ausbau des Klinikums an der Girbigsdorfer Straße wurde die II. Med. aufgegeben. Jetzt ist es als möglicher Standort für ein geplantes Großforschungszentrum DZA in der Oberlausitz im Gespräch. Sächsische Zeitung, Red. Görlitz 28.07.2022  Foto © DESY

 

Internetfunde

Bild:  Kahlbaumsche Anstalt, Heilstätte Görlitz. Reihe Görlitz auf alten Ansichtskarten. Privatarchiv Thieme

Hermann Andreas Reimer (1825-1906), a doctor born in Berlin, opened the first "Heilanstalt für Epileptische" ('Nursing Home for Epileptics') on August 1st 1855.

The building was in a lonely country area at the foot of the Obermühlberg near Görlitz, 30 km east of Dresden. The house was built around the middle of the 19th century in the Italian Villa style typical of this period. At first, the home was intended to tend to the needs of twelve patients with epilepsy from affluent families. A place in the home cost 30 Friedrichsd'or per year and had to be paid six months in advance. In 1867 Dr Reimer handed the institution over to the German psychiatrist Karl Ludwig Kahlbaum, who ran it until his death in 1899 and built its world-wide reputation.

Deutsches Epilepsiemuseum Kork http://www.epilepsiemuseum.de/english/geschich/goerlitz.html

 

KahlbaumTREFF  

Datum:      28.02.2024, 14.00 - 15.30 Uhr, Treff um 13.45 Uhr

Ort:            Sammlung med.-techn. Geräte, Krankenhausakademie, Scultetusstr.

                  (neben Kaufland)

Leitung:     Wolfgang Rönsch

 

Teilnahmebestätigung an den Teamkoordinator per E-Mail oder Whatsapp

 

Kahlbaum-Pädagogium

Gedenktage/-minuten

 

Angebote der Initiative PRO Kahlbaum

Geführte Erzähl-Rundgänge:

Kahlbaum-Areal - Dem Leben und Wirken von Reimer und Kahlbaum auf der Spur | Auf Kahlbaums Spuren - Rundweg Obermühle-Neißetal-Obermühlberg-Blockhaus-Frödingweg 

Vortrag (ca. 60 min.)

Neuerungen Kahlbaums in der Psychiatrie aus der Sicht eines Betroffenen

 

Frank Zorn, Mitstreiter der Initiative

 


2024
- 15.04.2024  125. Todestag von Dr. Karl Ludwig Kahlbaum

2025
- 07.05.2025  200. Geburtstag von Dr. Hermann Andreas Reimer
- 10.07.2025  160. Todestag von Wilhelmine Herzlieb
- 01.08.2025  170. Jahrestag der Gründung ehemaliger “Heilanstalt für Epileptische”, - 28.11.2025  155. Geburtstag von Dr. Siegfried Kahlbaum

2028
- 28.12.2028   200. Geburtstag von Dr. Karl Ludwig Kahlbaum 

 

 

"Entwicklung der Psychiatrie in Görlitz unter Reimer und Kahlbaum“
Dr. med. Friederike Schlichting, geb. Altenkirch

Auszug aus der Dissertationsschrift zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin, Medizinische

Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, Institut für Geschichte der Medizin, Direktorin Frau Prof. Dr. med. Heidel

Vor Eröffnung der privaten Heilanstalt für Epileptiker 1855 durch Hermann Andreas Reimer gab es in Görlitz und der Umgebung keine spezialisierte Betreuung und Behandlung von Epilepsiekranken. Die Aufnahme von Epileptikern in öffentlichen Irrenanstalten war im Regierungsbezirk Liegnitz, zu dem Görlitz gehörte, sogar verboten. Somit hatte Reimer nachweislich in Deutschland, wenn nicht sogar in Europa, eine der ersten ärztlich geleiteten und spezialisierten Einrichtungen für Epileptiker gegründet. Seinerzeit hatte der Epilepsiekranke eine schlechtere, gesellschaftliche Stellung als der psy-chisch Kranke. Nur wenige Ärzte waren in der Lage, das Krankheitsbild der Epilepsie zu erkennen oder glaubten gar an eine Therapierbarkeit. Reimer hatte es sich nicht nur zur Aufgabe gemacht, Patienten mit Epilepsie zu diagnostizieren, sondern auch Patienten mit diesem Krankheitsbild zu behandeln. Sein Vorgehen verbesserte zugleich die Akzeptanz der Bevölkerung und Ärzte für speziell dieses Krankheitsbild. Er vermutete, dass durch eine frühzeitige Behandlung der Epileptiker der Gehirnabbau reduziert würde, damit ein normales Leben (gesellschaftlich und wirtschaftlich) möglich wäre. Davon würde wiederum auch der Staat wirtschaftlich profitieren, wenn weniger Pflegefälle auf Staatskosten versorgt werden müssten. Mit der Erweiterung seiner Institution im Jahre 1856 zur privaten Heil- und Pflegeanstalt für Gehirn- und Nervenkranke entstand in Görlitz erstmals die Möglichkeit, auch psychisch Kranke speziell zu versorgen und zu behandeln. Im Regierungsbezirk gab es zwar einige wenige staatliche Heil- und Pflegeanstalten, diese waren jedoch weit entfernt von Görlitz und stets überfüllt. Reimer bemühte sich sowohl bei den Epileptikern als auch bei den psychisch Kranken um einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. Dieser umfasste nicht nur diätetische Methoden und Bäderkuren, sondern auch verhaltenstherapeutische Ansätze. 1866 stellte Reimer den Nervenarzt und Privatdozenten Karl Ludwig Kahlbaum als ersten Assistenten ein, dem er bereits 1867 seine Anstalt übergab und selbst aber Görlitz verließ. Bereits während Kahlbaums Anstellung an der staatlichen Heil- und Pflegeanstalt Allenberg konzentrierte er sich auf die klinische Beobachtung und Dokumentation der psychiatrischen Patienten, woraus er entgegen der seinerzeit vertretenen Einheitspsychose- eine klinisch-orientierte Klassifikation für psychiatrische Krankheitsbilder zu entwickeln versuchte. Die damit verbundene Differenzierung seiner Patienten nach verschiedenen Erregungs- und Krankheitszuständen sowie nach dem Geschlecht spiegelte sich auch in der deutlichen räumlichen Anstaltserweiterung in Görlitz wider. Mit der klinischen Betrachtungsweise seiner Patienten war nicht nur eine Differenzierung der Patienten, sondern auch die Erstellung neuer Diagnosen und damit auch eine Prognoseabschätzung für die jeweiligen Erkrankungen möglich geworden, die schließlich auch zu einer weiteren Spezialisierung im Fachgebiet Psychiatrie führten. Im Zuge der Spezialisierung entstand nicht nur eine Pflegeabteilung für chronisch Kranke, sondern auch erstmals ein sogenanntes Ärztliches Pädagogium zur speziellen und ganzheitlichen Behandlung psychisch kranker Kinder, Jugendlicher und junger Erwachsener des männlichen Geschlechts. Neben der ärztlichen Therapie erhielten die Kinder und Jugendlichen regelmäßig Unterricht (entsprechend ihrem Ausbildungsstand) oder konnten eine Berufsausbildung beginnen. Die Ausbildung fand zum Teil in anstaltsexternen Betrieben und Schulen statt, wodurch Kahlbaums frühe Bestrebungen eines offenen Fürsorgekonzepts belegt werden können. Auch gab es bereits seit den 1870er Jahren regelmäßig Sprechstundenzeiten im Sinne einer ambulanten Patientenbetreuung. Mit der Eröffnung des offenen Kurhauses in den 1880er Jahren vollzog sich auf dem Kahlbaumschen Anstaltsgelände eine weitere Öffnung der An-staltsgrenzen, weg von der weitverbreiteten Form der der geschlossenen Anstalt. Den leichteren Nervenkranken des offenen Kurhauses war es möglich, an freizeitlichen Aktivitäten außerhalb der Anstaltsgrenzen teilzunehmen und sich frei auf dem Anstaltsgelände zu bewegen. Es ist zu resümieren, dass es Reimer und Kahlbaum zu verdanken ist, dass eine spezialisierte Behandlung von Epi-leptikern und psychisch Kranken der höheren Stände bereits ab 1855 in Görlitz möglich wurde. Beide Ärzte bemühten sich frühzeitig um ein balancierte Arzt-Patienten-Verhältnis im Sinne eines Moral-Management mit zunehmender Distanzweg von Zwangsanwendungen, hin zu einem No-Restraint-System und offenem Fürsorgekonzepts. Während medikamentöse Therapien kaum Anwendungen fanden, konzentrierte sich insbesondere Kahlbaum auf verhaltenstherapeutische Anwendungen, wie die Milieu-, Arbeits-, Kunst- und Musiktherapie, wie sie zum Teil auch heute noch ihren Stellenwert in der Behandlung psychiatrischer Krankheitsbilder haben.

 

Kahlbaum-Initiative zeigt Ausstellung                                

Der bekannte Nervenarzt wird darin ebenso gewürdigt wie sein Vorgänger Hermann Reimers. Wer die Schau sehen möchte, sollte sich anmelden.

Von Matthias Klaus

Kahlbaum – bei diesem Namen denken wohl viele Görlitzer an die gleichnamige Allee. Dabei wird der Nervenarzt Karl Ludwig Kahlbaum in manchen Teilen der Welt mehr geschätzt als der Psychiater Sigmund Freud. In Görlitz und auch in Deutschland dagegen droht Kahlbaum in Vergessenheit zu geraten. Dagegen will die Initiative ProKahlbaum etwas tun. Seit etwa einem Jahr gibt es auf dem Gelände auf der Querstraße 10 ein „Kahlbaum-Informations- und Begeg-nungszentrum“. Die Räume der früheren Tagespflege standen zuletzt leer, wurden mit Förderung durch die Stiftung der Sparkasse Oberlausitz-Niederschlesien umgebaut, renoviert und erhielten Mobiliar. Hier treffen sich 12 bis 14 Mitglieder von ProKahlbaum zweimal im Monat. „Gäste und Interessenten sind willkommen“, sagt Teamkoordinator Peter Marakanow. Inzwischen hat die Initiative eine Ausstellung in den Räumen eingerichtet. Bilder, Zeitungsausschnitte von früher und heute, gesammelte Werke. „Einen Teil möchten wir auch in der Regenbogenschule in Zgorzelec zeigen“, sagt Marakanow. Ein Teil der Ausstellung ist Hermann Andreas Reimer gewidmet. Er eröffnete 1855 die erste deutsche Heilanstalt für Epilepsie-Kranke in Görlitz. Von ihm übernahm Kahlbaum die Nervenheilanstalt. Zwischen den beiden Männern soll ein vertrauensvolles, freundschaftliches Verhältnis bestanden haben. Während sich die Kahlbaum-Initiative eher mit der Geschichte beschäftigt, zieht auf dem Gelände das Astrophysik-Großforschungszentrum ein. Berührungspunkte gebe es bisher eher wenige, sagt Peter Marakanow. „Wir beschäftigen uns mit Vergangenheit und Gegenwart, das Großforschungszentrum mit der Zukunft“, sagt er. Die Forscher hätten auch bisher eher wenig Interesse an der Initiative gezeigt, eher am Rande. Wenn es engeren Kontakt geben würde, wäre das natürlich toll, sagt Marakanow. Er schaut inzwischen auf Dinge, die näherliegend sind. Spaziergänge über das Kahlbaum-Gelände, beispielsweise, auf den Wegen, die schon früher von Patienten genutzt wurden. Wer Interesse am Besuch der Ausstellung im Begegnungszentrum habe, könne sich gern melden. Auf der Internetseite der Initiative gibt es die entsprechenden Kontaktdaten.

 SZ 10.5.2023

 

KahlbaumInfoTag

Grußwort von Prof. Dr. Dr. Reinhard J.  Boerner

Sehr geehrter Herr Marakanow, 
ich danke Ihnen sehr für Ihre Einladung und gratuliere zu diesem schönen und gut durchdachten Programm, das hoffentlich viele Bürger - und nicht nur psychiatrie-geschichtlich Interessierte - ansprechen wird.
Es ist der kontinuierlichen und unermüdlichen Arbeit Ihrer "Initiative PRO Kahlbaum" zu verdanken, dass Kahlbaum und die historischen Erinnerungsorte seines Wirkens wieder in das Bewußtsein der Görlitzer Verantwortlichen gerückt sind.

Dies verdient Respekt auch aus der Sicht der Medizin bzw. Psychiatriegeschichte.

Die aktuellen Entwicklungen lassen zudem hoffen, dass die bestehende Bau-substanz gerettet und denkmalgerecht in eine neue Nutzung überführt wird.

Dass Sie das Programm mit einem Zitat von PD Dr. Reuster überschrieben haben, ist eine sehr gute Idee, da sich der mir sehr gut bekannte Kollege sehr für die Geschichte unseres Fachs interessiert und engagiert.
Da ich aufgrund der Entfernung meines Wohnorts nicht so ohne Weiteres nach Görlitz reisen kann, möchte ich Ihnen auf diesem Weg einen gelungenen Tag mit vielen Teilnehmern wünschen.
Mit besten Grüßen
Prof. Dr. Dr. Reinhard J.  Boerner

Chefarzt i.R., Univ.- Prof. Dr.med. Dr. scient. pth. Dipl. Psych. Reinhard J. Boerner

Psychiater, Psychologe, Psychotherapeut, Psychotherapiewissenschaftler, Medizinhistoriker,Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Nervenheilkunde, Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt, gegr. 1754

Top-Mediziner Focus- Liste für "Angststörungen" 2012 - 2021
Vorsitzender der Viktor v. Weizsäcker Gesellschaft 2021-2022 

website: www.professorboerner.com

 

„Kahlbaum verbindet!“

Vergangenheit.Gegenwart.Zukunft 

Datum:   Donnerstag, 13. April 2023

Zeit          10.00 - 17.00 Uhr 

Ort:           Dr. Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum -KIB-                                Querstraße 10, 02826 Görlitz 

Programm 

10.00 Uhr Eröffnung KahlbaumInfoTag anschl.  5 Jahre Initiative PRO Kahlbaum,

                   Kooperation mit der Initiative Görlitz  

10.30 Uhr "Ausstellung Kahlbaum lädt ein! - Leben und Wirken von Dr. Kahlbaum

                  und Einblicke in die Geschichte der Görlitzer Psychiatrie"

11.15 Uhr   "Kahlbaum in Görlitz"

                  - Warum widmen wir uns Kahlbaum? 

11.45 Uhr  Orte der Görlitzer Psychiatriegeschichte: ehemalige Kahlbaum´sche

                  Anstalt/II. Med, Zentralhospital, Psychiatrie Jochmannstr. 

13.00 Uhr  Führungen/Vortragsspaziergänge

                  - Ausstellung Kahlbaum lädt ein! Einblicke in die Görlitzer

                     Psychiatriegeschichte

                  - Auf Kahlbaums Pfaden im Neißetal/Obermühlberg/Blockhaus/

                     Frödingstein 

                  - Wandeln im Kahlbaumareal: Wirkungsstätte von Reimer und Kahlbaum 

14.00 Uhr  Das Deutsche Zentrum Astrophysik (DZA)  - Wertschätzen, was ist –

                    Neues schaffen, das prägt! -

14.30 Uhr  Impulse durch Kooperation mit der DPFA  Europrymus Zgorzelec     

15.00 Uhr  Ätherische Öle für die seelische Gesundheit

17.00 Uhr  Ende 

 

Informationsmöglichkeiten:  

Initiative Görlitz gGmbH,  DPFA  Europrymus Zgorzelec,  Kahlbaum-Areal, Eigentümer Reficon AG Hamburg, DZA Deutsches Zentrum Astrophysik 

(Änderungen vorbehalten)

 

Kahlbaumgelände lud zum Tag des Offenen Denkmals

Am Tag des offenen Denkmals öffnete das Gelände der ehemaligen Kahlbaumschen Nervenheilanstalt / II. Med seine Tore für Besucher. Landrat Dr. Stephan Meyer eröffnete offiziell die Ausstellung des Gesundheitsamtes Dr. Karl Ludwig Kahlbaum und die Görlitzer Psychiatriegeschichte. Unter dem Motto "Vom Universum in die Lausitz" gab anschließend Prof. Christian Stegmann, Mitantragsteller für das Deutsche Zentrum für Astrophysik Impulse.

 

Initiative sucht Dokumente zur Geschichte der II. Med

Um die Geschichte der ehemaligen II. Medizinischen Klinik in Görlitz zu schreiben, sucht die Initiative Pro Kahlbaum nach Zeitzeugen. Die Initiative vereint Görlitzer, die an der Aufarbeitung der Kultur- und Sozialgeschichte der Psychiatrie, der Kahlbaumschen Anstalt und des Mediziners Dr. Kahlbaum arbeiten. „Wir wollen die Kultur- und Sozialgeschichte der Psychiatrie und Kahlbaum Görlitzern und Interessierten im Dr. Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum näherbringen“, heißt es in einer Presseerklärung der Initiative. Das Begegnungszentrum war erst im Juni dieses Jahres in der Querstraße eröffnet worden.
Am Ende soll eine Publikation entstehen mit gesammelten Erinnerungen, die einer breiten Öffentlichkeit die Geschichte dieser besonderen Einrichtung für das Görlitzer Gesundheitswesen zugänglich macht.
Dazu sucht die Initiative Dokumente und Zeitzeugen, die in der ehemaligen II.Medizinischen Klinik zu DDR-Zeiten oder später gearbeitet haben. Vor allem Fotos, Anekdoten aus dem Arbeitsalltag und Beschreibungen über die Tätigkeit sind von großem Interesse. Wer zu diesem Projekt etwas beitragen kann, wird gebeten, sich in dem Begegnungszentrum, Querstraße 10, zu melden oder per E-Mail Kontakt mit der Initiative aufzunehmen.

E-Mail-Adresse: info@kahlbaum-forum-goerlitz.de

 

Dr. Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum eröffnet

Das neu entstandende Zentrum auf der Querstrasse ist ein Ort der als Ausgangspunkt für Führungen aber auch Treffpunkt der im Netzwerk beteiligten Akteure und InteressentInnen. Die Räumlichkeiten finden sich in der Querstraße 10. Diese stellen in Bezug auf das Projekt einen historischen Wert dar, da sie als ehemalige Ärztevillen der Kahlbaumschen Nervenklinik Teil des bauhistorischen Gedenkens an Dr. Kahlbaum darstellen. Zudem befinden sich in diesem wie auch im Nebengebäude Wohneinrichtungen für psychisch erkrankte Menschen des Projektträgers. Wie das gesamte Projekt symbolisiert der Ort das Zusammenspiel aus Gedenken an die Vergangenheit, das Gestalten der Gegenwart und den Blick in die Zukunft. [KIB] Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum

 

Publikationen

"Karl Ludwig Kahlbaum. Als Psychiater war er seiner Zeit voraus"
Dr. med. Jürgen Wenske, Görlitz Quelle: Ärzteblatt Sachsen 07/2021,
S. 36-38

 

Der Historiker Karl Mendelssohn Bartholdy (1838-1897) war in der Klinik des Dr. Kahlbaum Patient.

Karl Mendelssohn, der älteste Sohn von Felix Mendels-sohn-Bartholdy,  fühlte sich der bürgerlichen Revolution verpflichtet. Elke Renate Steiner lässt seinen jüngeren und scheinbar erfolgreicheren Bruder, Paul Mendelssohn, in Rückblenden von Karls bewegtem Leben erzählen. Darunter auch die Begebenheiten als Patient in Görlitz in der Kahlbaumklinik, die damals zu den fortschrittlichsten psychiatrischen Einrichtungen Deutschlands gehörte.
Die anderen Mendelssohns: Karl Mendelssohn Bartholdy von Elke Renate Steiner / Steinercomix.de, erschienen 2015.

 


Der Begriff der Katatonie ist eng mit dem der Schizophrenie verknüpft, seitdem Kraepelin (1899)  die von Kahlbaum (1874) als Katatonie oder »Span-nungsirresein« beschriebene Krankheitsentităt - neben der von Hecker (1871) beschriebenen Hebephrenie und der Dementia paranoides - zu einer der Subtypen der Dementia praecox gemacht hatte und diese Zuordnung auch von Bleuler (1911) bei dessen Rekonzeptualisierung der Dementia praecox unter der neuen Bezeichnung »Schizophrenie« (Spaltungsirresein) übernommen worden war. Mit dem Begriff der Katatonie verbinden sich seitdem eine Reihe ungeloster Probleme, die sowohl in nosologischer wie in ătiologischer Hinsicht zu den schwierigsten der Psychiatrie zăhlen.

In: Jahn T. (2004) Katatonie — 130 Jahre nach Karl Ludwig Kahlbaum.
In: Jahn T. (eds) Bewegungsstörungen bei Psychischen Erkrankungen. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-18533-5_1

 

Das heute gültige Schizophreniekonzept geht in seinem Ursprung und in Bezug auf die wesentlichen Definitionskriterien auf Kraepelin zurück, der wiederum die entscheidenden Anstöße für sein auf die Entdeckung und Formulierung klinischer Krankheitseinheiten ausgerichtetes psychiatrisches Denken von Kahlbaum erhielt. Karl Ludwig Kahlbaum lebte und wirkte von 1866 bis zu seinem Tode 1899 in Görlitz. Sein fachliches Forum hatte er im Verein ostdeutscher Irrenärzte. Ungeachtet seiner Bedeutung für die Entwicklung der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts gehört Kahlbaum zu den vernachlässigten Figuren der Psychiatrie-geschichte. Kahlbaum ist der Schöpfer der psychiatrischen Krankheitslehre und in seinem Denken wurzelt auch unser heutiger Schizophreniebegriff, der von Kraepelin mit der Bezeichnung „Dementia praecox“1899, dem Jahr von Kahlbaums Tod, aus der Taufe gehoben wurde.
In: Von der Katatonie und Hebephrenie zur Dementia praecox — Kahlbaums Beitrag zur Entwicklung des modernen Schizophreniekonzepts. Universitätskolloquien zur Schizophrenie, S. 267-273. Autoren: P. Bräunig, S. Peter (2003)

 

Artikel von Harms und Thieme würdigen Kahlbaum als Pionier der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. sein Wirken als Psychiater in seiner Görlitzer Anstalt; Katzenstein analysiert seinen Beitrag zur Entwicklung der Psychiatrie als Theorem. Vorliegende Arbeit versteht sich dazu als Ergänzung. Sie widmet sich dem bisher kaum beachteten Lebensabschnitt vor der allgemeinen Beachtung als Therapeut und Wissenschaftler. Dabei kann sie, vor allem anhand der Untersuchung seiner Studien in Leipzig, Mutmaßungen bestätigen, daß sich Kahlbaum erst relativ spät für psychiatrische Themen interessierte. Weiterhin zeichnet sie die Diskussion um seine wissenschaftliche Hauptleistung, seine Nosologie von 1863, nach und erhärtet den Fakt, daß deren Autor erst Jahrzehnte später auf diesem Felde Anerkennung erfuhr.
In:  Karl Ludwig Kahlbaum - Leben und Werk bis zur Zeit seines Bekanntwerdens. Ein Beitrag aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Todestages am 15. April 1999 von H. Steinberg. Fortschritte der Neurologie - Psychiatrie, Ausgabe 67 (8), S. 367-372. Georg Thieme Verlag KG (1999)

 

Museen, Einrichtungen, Psychiatrie und Projekte

PSYCHIATRIE IN SACHSEN - DAS JAHR 1990
psychiatrie-in-sachsen-1990.psychiatriemuseum.de/

 

Sächsisches Psychiatriemuseum
http://www.psychiatriemuseum.de

 

Gedenkstätte Großschweidnitz
https://gedenkstaette-grossschweidnitz.org

 

Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
www.stsg.de/main/pirna/ueberblick/

Psychiatrienetz
www.psychiatrie.de"