Aktuelles

KahlbaumTREFF im KIB

Erzählcafe und Informations- und Gedankenaustausch

12. Oktober15.00-16.30  Uhr,

Dr. Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum - KIB -,  Querstr. 10

 

Terminvorausschau  

26.10.

08.11. und 23.11.

06.12. Nikolaustag 

13.12. Jahresabschluss 

 

Zusätzliche Gesprächstermine auf Anfrage per E-Mail/WhatsApp


Aktuelle Presseveröffentlichungen 

Die frühere Kahlbaumsche Anstalt wurde bis 2002 als II.  Medizinische Klinik genutzt. Nach dem Ausbau des Klinikums an der Girbigsdorfer Straße wurde die II. Med. aufgegeben. Jetzt ist es als möglicher Standort für ein geplantes Großforschungszentrum DZA in der Oberlausitz im Gespräch. Sächsische Zeitung, Red. Görlitz 28.07.2022  Foto © DESY

 

Internetfunde

Bild:  Kahlbaumsche Anstalt, Heilstätte Görlitz. Reihe Görlitz auf alten Ansichtskarten. Privatarchiv Thieme

Hermann Andreas Reimer (1825-1906), a doctor born in Berlin, opened the first "Heilanstalt für Epileptische" ('Nursing Home for Epileptics') on August 1st 1855.

The building was in a lonely country area at the foot of the Obermühlberg near Görlitz, 30 km east of Dresden. The house was built around the middle of the 19th century in the Italian Villa style typical of this period. At first, the home was intended to tend to the needs of twelve patients with epilepsy from affluent families. A place in the home cost 30 Friedrichsd'or per year and had to be paid six months in advance. In 1867 Dr Reimer handed the institution over to the German psychiatrist Karl Ludwig Kahlbaum, who ran it until his death in 1899 and built its world-wide reputation.

Deutsches Epilepsiemuseum Kork http://www.epilepsiemuseum.de/english/geschich/goerlitz.html

Kahlbaumgelände lädt zum Tag des Offenen Denkmals

Am kommenden Sonntag, 11.09.2022, dem Tag des offenen Denkmals, öffnet das Gelände der ehemaligen Kahlbaumschen Nervenheilanstalt / II. Med seine Tore für Besucher. Um 12 Uhr wird Landrat Dr. Stephan Meyer offiziell die Ausstellung des Gesundheitsamtes Dr. Karl Ludwig Kahlbaum und die Görlitzer Psychiatriegeschichte eröffnen. Unter dem Motto "Vom Universum in die Lausitz" wird anschließend Prof. Christian Stegmann, Mitantragsteller für das Deutsche Zentrum für Astrophysik Impulse geben, Beginn 13 Uhr. Das Team des DZA ist vor Ort und freut sich auf den Dialog über den geplanten Campus für Spitzenforschung, der auf dem Kahlbaum-Areal entstehen soll.
Die Obermühle Görlitz bietet vor Ort Speisen und Getränke an. Den Zugang zum Kahlbaum-Areal erreichen Sie über die Querstraße.

Veranstalterin ist die Eigentümerin des Geländes, Frau Kubis.

 

Initiative sucht Dokumente zur Kahlbaum-Geschichte

Um die Geschichte der ehemaligen II. Medizinischen Klinik in Görlitz zu schreiben, sucht die Initiative Pro Kahlbaum nach Zeitzeugen. Die Initiative vereint Görlitzer, die an der Aufarbeitung der Kultur- und Sozialgeschichte der Psychiatrie, der Kahlbaumschen Anstalt und des Mediziners Dr. Kahlbaum arbeiten. „Wir wollen die Kultur- und Sozialgeschichte der Psychiatrie und Kahlbaum Görlitzern und Interessierten im Dr. Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum näherbringen“, heißt es in einer Presseerklärung der Initiative. Das Begegnungszentrum war erst im Juni dieses Jahres in der Querstraße eröffnet worden.
Am Ende soll eine Publikation entstehen mit gesammelten Erinnerungen, die einer breiten Öffentlichkeit die Geschichte dieser besonderen Einrichtung für das Görlitzer Gesundheitswesen zugänglich macht.
Dazu sucht die Initiative Dokumente und Zeitzeugen, die in der ehemaligen II.Medizinischen Klinik zu DDR-Zeiten oder später gearbeitet haben. Vor allem Fotos, Anekdoten aus dem Arbeitsalltag und Beschreibungen über die Tätigkeit sind von großem Interesse. Wer zu diesem Projekt etwas beitragen kann, wird gebeten, sich in dem Begegnungszentrum, Querstraße 10, zu melden oder per E-Mail Kontakt mit der Initiative aufzunehmen. E-Mail-Adresse: info@kahlbaum-forum-goerlitz.de

 

Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum eröffnet

Das neu entstandende Zentrum auf der Querstrasse ist ein Ort der als Ausgangspunkt für Führungen aber auch Treffpunkt der im Netzwerk beteiligten Akteure und InteressentInnen. Die Räumlichkeiten finden sich in der Querstraße 10. Diese stellen in Bezug auf das Projekt einen historischen Wert dar, da sie als ehemalige Ärztevillen der Kahlbaumschen Nervenklinik Teil des bauhistorischen Gedenkens an Dr. Kahlbaum darstellen. Zudem befinden sich in diesem wie auch im Nebengebäude Wohneinrichtungen für psychisch erkrankte Menschen des Projektträgers. Wie das gesamte Projekt symbolisiert der Ort das Zusammenspiel aus Gedenken an die Vergangenheit, das Gestalten der Gegenwart und den Blick in die Zukunft. [KIB] Kahlbaum Informations- und Begegnungszentrum

 

Angebote

Vortragsspaziergang Kahlbaumareal | Freisebad | Neißetal

Vortragsreihe Gesundheitsförderung Gesundheitspraxis Siegler

 

Publikationen

„Die Entwicklung der Psychiatrie in Görlitz unter Dr. Reimer und Dr. Kahlbaum“ (2022)

Dr. med. Friederike Schlichting, geb. Altenkirch

Dissertationsschrift zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Medizin, Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden, Institut für Geschichte der Medizin, Direktorin Frau Prof. Dr. med. Heidel mehr

 

"Karl Ludwig Kahlbaum. Als Psychiater war er seiner Zeit voraus"
Dr. med. Jürgen Wenske, Görlitz Quelle: Ärzteblatt Sachsen 07/2021,
S. 36-38

 

Der Historiker Karl Mendelssohn Bartholdy (1838-1897) war in der Klinik des Dr. Kahlbaum Patient. Karl Mendelssohn, der älteste Sohn von Felix Mendelssohn-Bartholdy,  fühlte sich der bürgerlichen Revolution verpflichtet. Elke Renate Steiner lässt seinen jüngeren und scheinbar erfolgreicheren Bruder, Paul Mendelssohn, in Rückblenden von Karls bewegtem Leben erzählen. Darunter auch die Begebenheiten als Patient in Görlitz in der Kahlbaumklinik, die damals zu den fortschrittlichsten psychiatrischen Einrichtungen Deutschlands gehörte.
Die anderen Mendelssohns: Karl Mendelssohn Bartholdy von Elke Renate Steiner / Steinercomix.de, erschienen 2015.

 


Der Begriff der Katatonie ist eng mit dem der Schizophrenie verknüpft, seitdem Kraepelin (1899)  die von Kahlbaum (1874) als Katatonie oder »Span-nungsirresein« beschriebene Krankheitsentităt - neben der von Hecker (1871) beschriebenen Hebephrenie und der Dementia paranoides - zu einer der Subtypen der Dementia praecox gemacht hatte und diese Zuordnung auch von Bleuler (1911) bei dessen Rekonzeptualisierung der Dementia praecox unter der neuen Bezeichnung »Schizophrenie« (Spaltungsirresein) übernommen worden war. Mit dem Begriff der Katatonie verbinden sich seitdem eine Reihe ungeloster Probleme, die sowohl in nosologischer wie in ătiologischer Hinsicht zu den schwierigsten der Psychiatrie zăhlen.

In: Jahn T. (2004) Katatonie — 130 Jahre nach Karl Ludwig Kahlbaum.
In: Jahn T. (eds) Bewegungsstörungen bei Psychischen Erkrankungen. Springer, Berlin, Heidelberg. https://doi.org/10.1007/978-3-642-18533-5_1

 

Das heute gültige Schizophreniekonzept geht in seinem Ursprung und in Bezug auf die wesentlichen Definitionskriterien auf Kraepelin zurück, der wiederum die entscheidenden Anstöße für sein auf die Entdeckung und Formulierung klinischer Krankheitseinheiten ausgerichtetes psychiatrisches Denken von Kahlbaum erhielt. Karl Ludwig Kahlbaum lebte und wirkte von 1866 bis zu seinem Tode 1899 in Görlitz. Sein fachliches Forum hatte er im Verein ostdeutscher Irrenärzte. Ungeachtet seiner Bedeutung für die Entwicklung der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts gehört Kahlbaum zu den vernachlässigten Figuren der Psychiatrie-geschichte. Kahlbaum ist der Schöpfer der psychiatrischen Krankheitslehre und in seinem Denken wurzelt auch unser heutiger Schizophreniebegriff, der von Kraepelin mit der Bezeichnung „Dementia praecox“1899, dem Jahr von Kahlbaums Tod, aus der Taufe gehoben wurde.
In: Von der Katatonie und Hebephrenie zur Dementia praecox — Kahlbaums Beitrag zur Entwicklung des modernen Schizophreniekonzepts. Universitätskolloquien zur Schizophrenie, S. 267-273. Autoren: P. Bräunig, S. Peter (2003)

 

Artikel von Harms und Thieme würdigen Kahlbaum als Pionier der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. sein Wirken als Psychiater in seiner Görlitzer Anstalt; Katzenstein analysiert seinen Beitrag zur Entwicklung der Psychiatrie als Theorem. Vorliegende Arbeit versteht sich dazu als Ergänzung. Sie widmet sich dem bisher kaum beachteten Lebensabschnitt vor der allgemeinen Beachtung als Therapeut und Wissenschaftler. Dabei kann sie, vor allem anhand der Untersuchung seiner Studien in Leipzig, Mutmaßungen bestätigen, daß sich Kahlbaum erst relativ spät für psychiatrische Themen interessierte. Weiterhin zeichnet sie die Diskussion um seine wissenschaftliche Hauptleistung, seine Nosologie von 1863, nach und erhärtet den Fakt, daß deren Autor erst Jahrzehnte später auf diesem Felde Anerkennung erfuhr.
In:  Karl Ludwig Kahlbaum - Leben und Werk bis zur Zeit seines Bekanntwerdens. Ein Beitrag aus Anlaß der 100. Wiederkehr seines Todestages am 15. April 1999 von H. Steinberg. Fortschritte der Neurologie - Psychiatrie, Ausgabe 67 (8), S. 367-372. Georg Thieme Verlag KG (1999)

 


Museen, Einrichtungen, Psychiatrie und Projekte

PSYCHIATRIE IN SACHSEN - DAS JAHR 1990
psychiatrie-in-sachsen-1990.psychiatriemuseum.de/

 

Sächsisches Psychiatriemuseum
http://www.psychiatriemuseum.de

 

"Gedenkstätte Großschweidnitz e.V.
https://gedenkstaette-grossschweidnitz.org

 

Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein
www.stsg.de/main/pirna/ueberblick/

Psychiatrienetz
www.psychiatrie.de"

 

MuSeele
Museum über die Geschichte der Psychiatrie und über Psychiatriegeschichten im Christophsbad in Göppingen
www.museele.de